Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Ich wollte als kleines Mädchen schon einen großen Hund haben.
Ich durfte nicht.
Als ich mit 16 Jahren in die weite Welt entlassen wurde, war meine Zeit gekommen und ich suchte Kontakt zu einem Polizeihundeverein.
Bald war ich Frauchen von Falk, einem Schäferhundrüden.
Falk war für mich als Anfänger eine Herausforderung. Er war nervös, hektisch und großklappig, aber bei der Ausbildung zeigte er, was er drauf hatte. Ein Punkteabräumer bei der Fährte und Unterordnung und beim Schutzdienst eine Granate.
Er war sehr beliebt bei einem Rottweilerrüden der XXL-Klasse, die beiden waren Kumpel, also ging ich mit 2 Hunden los.
An der Ecke gab es eine Kneipe. Der Besitzer hatte einen Rottweilerrüden, aber wenig Zeit für den Hund.
Auch ihn nahm ich auf meine Spaziergänge mit.
Es war eine gute Zeit, denn ich lernte viel über Erziehung, Sozialverhalten und Verhaltensweisen von Hunden.
Leider starb Falk sehr früh an einem Schlaganfall.
Für eine Wach- und Schließgesellschaft begann ich Hunde auszubilden, sammelte so Erfahrung mit Boxer, Dobermann, Airdale, Riesenschnauzer, Schäferhund.
Bei mir zog Wastl ein und ich konnte ihn zur Arbeit in ein Juweliergeschäft mitnehmen. Als er erwachsen war, sparte er die Versicherungsprämie für Diebstahl und Einbruch ein, denn er war sehr effektiv und Spitzbuben gegenüber unerbittlich !
Einige Orte weiter wurde in einem abgelegenen Haus ein Mann entdeckt, der einige Tage schon tot dort lag.
Im Zwinger befand sich ein sehr großer, massiger Rottweilerrüde. Hungrig, durstig und sehr agressiv und sah aus wie Zerberus, der Höllenhund. In diesem sehr schwierigen Fall stand das Einschläfern des Hundes zur Debatte.
Durch entsprechende Kontakte konnte ich erreichen mich des Hundes anzunehmen.
Es stellte sich heraus, dass mein Problemfall weder andere Hunde noch andere Menschen kannte, kannte kaum Kommandos, kannte keine Regeln, keinen Straßenverkehr.
Es hat viel, viel Zeit und Mühe gekostet meinen “Findling” zu zivilisieren, aber ich habe es geschafft. Allerdings musste ich akzeptieren, dass er alles, was er an Eßbarem erschnüffelte, stahl. Das traumatische Erlebnis, tagelang gehungert zu haben, hatte ihn geprägt.
Findling war trotzdem ein sehr guter Hund !
Als ich meinen Mann kennenlernte, behauptete er, dass Deutsche Doggen etwas ganz Besonderes sind.
Geglaubt habe ich ihm nicht, war jedoch einer Deutschen Dogge gegenüber aufgeschlossen.
Es kam, wie es kommen musste – ich habe ihm später Recht geben müssen.
Diese imposanten, charakterlich großartigen Hunde haben es geschafft, mich von jeder anderen Rasse abzubringen.
Auch für mich gilt: Einmal Deutsche Dogge – immer Deutsche Dogge.

Im November 2013 kam die furchtbare Diagnose Bronchialkarzinom bei Bernd. Eine schlimme Zeit lag vor uns mit Chemotherapie und allen Konsequenzen die daraus entstehen konnten.
Im März 2014 entschloss ich mich für einen weiteren Wurf, denn, so dachte ich, würde es Bernd Freude bereiten noch einmal Welpen heran wachsen zu sehen.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Die Zeit hat nicht gereicht, denn eine Woche bevor die Welpen kamen, musste Bernd für immer gehen.
In seinem Sinne werde ich die Zucht der Deutschen Doggen weiter führen.

Sonja Borchers


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