Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Vorbereiten der Trächtigkeit

Folgende Zuchtvoraussetzungen für die Elterntiere werden vom DDC gefordert:
1. Blutentnahme zur Elternschaftkontrolle (DNA-Bestimmung). Seit 2014 wird allerdings die DNA von jedem Welpen gefordert, sodass die Daten heute bei der Zuchtzulassung schon vorliegen.
2. HD-Auswertung
3. Herzultraschall (DCM) seit 2014, beurteilt durch Mitglieder des Collegium Cardiologicum mit Farbdobbler. Seit 2017 ist der Herzultraschall auf freiwilliger Basis.
4. Zuchtzulassung durch zwei Körmeister, bei der nicht nur die Schönheit des Hundes, sondern auch das Verhalten und die Gesundheit beurteilt wird
5. Mindestalter 18 Monate

Der Anspruch des Züchters liegt jedoch deutlich höher:
1. In der Jugendklasse (9-18 Monate) soviel Erstplatzierungen mit CAC/VDH-Vergabe (Championanwartschaften) bei Schönheitsschauen in verschiedenen Bundesländern bei verschiedenen Richtern zu erreichen wie möglich, sodass die Hunde die Titel VDH und DDC Jugendchampion bekommen.
2. In der Zwischen- und Offenen Klasse (ab 15 Monate) der gleiche Aufwand noch einmal, denn der Hund sollte auch die Titel VDH und DDC Champion erreichen und wenn der Hund wirklich hervorragend und das Glück hold ist, bekommt man mit seinem Hund auch noch andere Titel, wie BOB (Bester Hund der Rasse), BAF (Bester Hund der Farbe), BIS (Best in Show), Bundes- Europa- oder gar Weltsieger, usw.
3. Auf jeder Schau Rüden betrachten. Könnte er in die engere Wahl für die Hündin kommen? Zuchtzulassungen und Ahnentafeln studieren und oft viele, viele Kilometer fahren um Rüden zu sehen, die man noch nicht auf einer Schau sehen konnte. Das sind meist die Rüden, die nicht gerade um die Ecke ihren Standort haben.
4. Wenn die Wahl getroffen wurde und der Rüde erfüllt auch die gesundheitlichen Voraussetzungen, werden Absprachen mit dem Deckrüdenbesitzer getroffen (Decktaxe, Deckzeitpunkt usw.)
5. Vor der Hitze wird die Hündin schon mal auf “Herz und Nieren” untersucht und außerdem ein Abstrich gemacht. Eventuell muss dann schon eine Behandlung zur Beseitigung von unerwünschten Keimen eingeleitet werden. Dies passiert bei uns erst einmal auf alternativem Wege.
6. Bei Beginn der Hitze wird eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Abstrich o.B.? Entwurmung sollte durchgeführt werden. Herpesimpfung wird empfohlen, aber darauf verzichten wir, denn jede Impfung schwächt auch den Körper der Hündin. Wir führen einen Herpestest durch, dann sind wir auf der sicheren Seite.
7. Hündin beobachten, viel Streicheleinheiten geben, keine Veränderung im Tagesablauf, keinen Stress, Familienstreit oder Aufregung.
8. Die Deckzeitpunktbestimmung erfolgt durch Blutentnahme mit anschließendem Progesterontest im Labor. Es ist aufwendig, denn manchmal sind viele Teste notwendig und für jeden Test steht man mit Hund morgens pünktlich in der Praxis. Diese Massnahme ist unbedingt erforderlich, ansonsten fährt man unter Umständen viele Wege umsonst oder man wohnt einfach zu lange in einem Hotel.
9. Der Deckakt erfolgt optimaler Weise an zwei unterschiedlichen Tagen. Dazu Ist eine “Deckmannschaft” erforderlich. Die Hunde einfach so zusammen lassen, kann durchaus zu ernsthaften Verletzungen führen. Deswegen muss der Deckakt zwingend unter Kontrolle geschehen. Die Decktaxe ist sofort fällig.
10. Ultraschall nicht vor dem 26. Tag. Entweder man fährt mit langem Gesicht nach hause oder man trinkt abends einen Sekt.
Nicht jedesmal bringt die Deckbereitschaft der Hündin und die Mühe des Rüden den gewünschten Erfolg. Das letzte Wort hat die Natur.

Trächtigkeit

In den ersten Wochen der Trächtigkeit verändert sich bei der Futtermenge für die Hündin nichts. Ab der 5. Woche muss zwingend Hochleistungsfutter auf den Tisch. Da wir das Futter selbst zusammen stellen, ist eine genaue Berechnung der Inhaltsstoffe notwendig. Der Kalziumbedarf verdoppelt sich, der Bedarf an anderen Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen ist wesentlich höher, ergo muss man wissen, welche Fleisch- und Gemüsesorten gefüttert werden müssen. Der Flüssigkeitsbedarf ist höher.
Tägliches spazierengehen zur gleichen Zeit in angenehmen Maße ist ein Pflichtprogramm. Unangenehme Begegnungen mit anderen Vierbeinern sind zu vermeiden.
Die Hündin wird unbedingt während dieser Zeit mit der Wurfkiste im Wurfzimmer vertraut gemacht. Die Wurfkiste ist bei uns mit einer Trennung versehen. Eine Seite ist mit Styropor und PVC ausgelegt, sodass sie warm ist und gut zu reinigen. Die andere Seite ist mit einer Matratze ausgelegt, damit die Betreuungsperson auch nachts direkt bei Mama und Welpen sein kann. Kochfeste Einlagen für die Kiste liegen parat und die Wärmelampen sind installiert. Die Hündin bekommt ganz besonders viel Streicheleinheiten.
Fiebermessen wird geübt, denn ungefähr eine Woche vor dem Termin wird 3x täglich gemessen und die Temperatur in eine Kurve eingetragen.
Zum Ende der Trächtigkeit werden folgende Gegenstände parat gelegt:
Saubere, luftgetrocknete Frotteetücher, Wärmflaschen, gepolsterter Korb, Flauschdecken, Schere, Faden, Wasserschüssel, Wasserkocher, Einmalhandschuhe, Fieberthermometer, Babywaage, Sortiment homöopatische Mittel, Traubenzucker, Kalziumpräparat, Taschenlampe, Halsband und Leine der Hündin, Abfalleimer, Zellstoff, farbige Bändchen.
Nicht vergessen: Auto muss vollgetankt sein.

Geburt

Ungefähr 12 Stunden vor Beginn der Geburt sinkt die Körpertemperatur der Hündin. Die Hündin wird unruhig, beginnt mit dem Nestbau, frisst nicht mehr. Wenn sie anfängt zu hecheln und zu zittern, geht es bald los. Eine Geburt mit mehren Welpen zieht sich über Stunden dahin, deswegen bekommt die Hündin homöopatische Produkte verabreicht, um die Tortour zu überstehen.
Die Hündin muss genau beobachtet werden, denn lassen die Wehen nach oder sind die Intervalle zu lang, ist Handlungsbedarf erforderlich.
Alle Welpen werden gleich nach dem Abnabeln mit luftgetrockneten Frotteetüchern abgerubbelt. Das reget den Kreislauf an. Dann ganz schnell zu Mama, Kolostrum trinken und betuddeln lassen.
Oftmals wird während der Geburt die Einlage in der Wurfkiste gewechselt, Hündin und Welpen brauchen Sauberkeit.
Zwischendurch muss die Hündin raus um sich zu lösen. Da kann es schon mal sein, dass sie einen Welpen verliert. Deswegen nie ohne Leine und ohne Taschenlampe gehen wenn es dunkel ist.
Die Placenta wird von der Hündin gefressen, da diese sehr reich an Hormonen, Eiweiß und Vitaminen ist.
Die Hündin muss nach der Geburt unbedingt untersucht werden um sicher zu gehen, dass alle Welpen geboren sind.
Wenn ein Welpe tot geboren wird oder stirbt geht der Schmerz ganz tief ins Herz.

Aufzucht

Die Hündin zieht ihre Welpen bei uns in einem Wurfzimmer auf (die letzten Würfe sind im Wohnzimmer aufgezogen worden). Dort herrscht eine konstante Temperatur, das ist für eine optimale Entwicklung notwendig.
Die Wurfkiste ist mit einem Schutzrand versehen, sodass die Hündin keinen Welpen versehentlich am Rand erdrücken kann. Der Belag muss hart sein, somit spürt die Hündin, wenn sie in der Bewegung einen Welpen berührt. Da die Hündin oftmals die Unterlagen als Nest zusammen kratzt, können Unfälle nur vermieden werden, indem der Mensch ein Auge auf die Geschnisse hat. Ein Korb mit Wärmflaschen ist der richtige Platz für die Kleinen, wenn Mama die Wurfkiste verlässt oder betritt. Das ist auf jeden Fall eine sichere Lösung.
Die Säuberung der Wurfkiste erfolgt mehrfach am Tag.
Die Hündin muss zwingend mit hochwertigem Futter versorgt werden um eine qualitativ hervorragende Milch produzieren zu können. Die Problematik liegt aber darin, dass die frischgebackene Mama meistens gar nicht fressen möchte. Sie hat kaum Zeit zu trinken und ihr Geschäft zu verrichten, denn sie will immer nur bei ihren Babys sein.
Tja, da muss man sich halt was einfallen lassen. Da wird eben auch mal im Bett im Liegen gegessen. Dann ist es auch egal, dass hinterher wieder alle Unterlagen gewechselt werden müssen, Hauptsache die Hündin hat ihre Kalorien. Außerdem wird die Hündin mit Kalziumpräparaten versorgt, ansonsten kann Eklampsie die Folge sein.
Die Hündin wird regelmäßig gebürstet, da sie sich kaum bewegt, wird der Kreislauf dadurch angeregt und sie wird mit lauwarmen Wasser und sauberen Tüchern gereinigt.
Eine tägliche Kontrolle des Gesäuges ist erforderlich.
Wir finden es wichtig, dass fast immer jemand bei der Hündin und den Welpen ist, denn der menschliche Geruch, der mit Fürsorge und Wohlgefühl verbunden wird, verschafft den Welpen ein tiefes Vertrauen zum Menschen und ist der erste Baustein der Sozialisierung.
Täglich werden die Welpen gewogen und die Daten in ein Kontrollblatt eingetragen.
Wir achten unbedingt darauf, dass die leichten Welpen die besten Zitzen bekommen.
Bei der Hündin wird täglich Temperatur gemessen und auch das wird dokumentiert.
Der Zuchtwart kommt ab dem 3. Tag zur Wurfabnahme und meldet dann den Wurf dem Zuchtbuchamt. Danach wird der Wurf in der DDC-Zeitschrift veröffentlicht.
Wenn die Hündin es zulässt, bekommen die anderen Hunde aus dem Rudel ihren Platz im Wurfzimmer um dort zu dösen und sich auszuruhen. Nach 12 Tagen öffnen die Welpen ihre Augen und kurz danach die Ohren.
Nach 14 Tagen können die Welpen selbstständig Kot absetzen und ab dem Zeitpunkt beginnt auch die Sauberkeitserziehung, indem ein Platz in der Wurfkiste dafür geschaffen wird.
Es ist jetzt Zeit für die Entwurmung, die übrigens von uns auf pflanzlicher Basis über drei Tage durchgeführt wird. Danach werden Kotproben genommen und in der Tierklinik auf Wurmeier untersucht. Die Untersuchungsergebnisse bekommen die Welpenkäufer mit den anderen Dokumenten ausgehändigt. Die Prozedur wird alle 2 Wochen wiederholt.
Ab der 3. Woche bekommen die Welpen feste Nahrung zugefüttert die hauptsächlich aus Fleisch besteht. Zuerst bekommen die Welpen Tartar mit Eigelb aus der Hand, später fressen alle aus einem Napf, damit schlechte Fresser animiert werden.
Ab diesem Zeitpunkt wird auch die Wurfkiste zu klein, das ganze Zimmer wird inspiziert, also muss das Zimmer “welpensicher” sein.
Jetzt wird nicht nur die Wurfkiste mehrfach am Tag gesäubert, sondern auch das ganze Zimmer.
Mit 4 Wochen, wenn sie nicht mehr voll gesäugt werden, bekommen die Kleinen vier Mahlzeiten pro Tag. Außerdem ziehen die Kleinen ins Gartenhaus, was eigens für die Kleinen hergerichtet ist. Sie haben einen speziellen Schlafplatz aus doppelwandigem Holz mit Syroporisolierung. Er ist mit einer auf Maß angefertigten Kunstledermatte ausgelegt. Die Matte wird täglich frisch bezogen. Biberbettwäsche eignet sich hervorragend dafür. Wärmelampen und Fussbodenheizung sind vorhanden. Es befindet sich außerdem eine Welpenklappe im Häuschen. Von da aus kommen die Welpen auf eine befestigte Rasenfläche, sodass sie konditioniert werden auf grünem Untergrund ihr Geschäft zu verrichten.

Wir üben folgendes:
Waschmaschine, Trockner, Staubsauger sind ungefährlich
Autofahren ist toll
keine Angst vor Besuchern
laute Geräusche und fremde Umgebung ist nicht zum Fürchten

Und immerwieder Gartenhaus säubern und natürlich auch die 110qm große Auslauffläche.
Jetzt kommt die Zeit, in der sich Interessenten melden. Ja, da hatte ich gar nicht mehr dran gedacht. Stimmt – da war doch noch was!! Ich werde die Welpenschar, die mir schon so ans Herz gewachsen ist, abgeben müssen. Die Erkenntnis ist bitter und ich hoffe darauf meine Welpen in vertrauenswürdige Hände geben zu können.
Im Alter von 8 Wochen werden die Welpen geimpft, gechipt und ab 2014 wird sogar die Auswertung der DNA jedes Welpen gefordert. Ein weiterer Besuch des Zuchtwarts steht an, der ein Wurfabnahmeprotokoll erstellt. Dabei ist verpflichtend, dass die Welpen mehrfach entwurmt worden sind (da das Präperat nicht festgelegt ist, ist die Möglichkeit der pflanzlichen Entwurmung legitim), der Nachweis von Impfungen und Chipnummer ist vorzulegen. Das Protokoll wird in Kopie dem Zuchtbuchamt und dem Landesgruppenzuchtwart zu geschickt und dem Käufer später übergeben.
Danach können die Ahnentafeln angefordert werden.

Wir üben weiter:
kurzfristiges Warten im Auto nach einem Spaziergang
Leinenführigkeit
es gibt auch noch andere Hunde
Tiere, die krähen und flattern sind uninteressant
ausgehen in fremdes Gelände
laufen und kommen ohne Leine
aus Bächen trinken ist erlaubt, aus Pfützen nicht
Trecker, Bagger, LKWs machen Krach, tun aber nichts
Tierarztpraxis ist interessant

Im Alter von 8 Wochen werden die Welpen auf 3 Mahlzeiten umgestellt. Wir holen die Welpen einzeln in die Wohnung. Sie sollen lernen sich dort zu benehmen, aber ohne die Bedürfnisse des Welpen dem Alter entsprechend zu missachten.
Jetzt beginne ich für jeden Welpen einen Ordner zu richten, indem alle Infos zusammen gestellt werden, die für den Käufer wichtig sind.

Es wird geübt:
Pippi und Haufen in der Wohnung ist verboten, auf der Terasse erwünscht
Sofa und Sessel ist nur etwas für Menschen
Möbel darf man nicht anfressen
alles was auf dem Tisch steht, geht Hunde nichts an
hochspringen ist nicht erlaubt

Geduldig mit den gleichen Worten Regeln schaffen und durchsetzen erleichtert den zukünftigen Welpenbesitzern die Erziehung.
Der Grundstein der Erziehung ist gelegt, man muss einfach nur weiter machen.
Bei allen Unternehmungen werden immer die Stammhündinnen mit einbezogen. Die Welpen haben täglich Kontakt mit der Mutterhündin.
Unser Ziel ist es, die Welpen so gut wie möglich auf eine neue Familie vorzubereiten, sodass sie ohne Angst einen Umzug in ihr neues Leben starten können.
Oftmals besuchen wir die neuen Besitzer vorab und der Welpe kann sein neues Heim schon mal beschnuppern.
Ist der Weg sehr weit und somit ein Besuch nicht möglich, so lassen wir es uns nicht nehmen, den Welpen in sein neues Zuhause zu bringen.
Aber auch wenn die Welpen unser Haus verlassen haben, unterstützen wir die neuen Besitzer in vielen Fragen. Zudem haben die Welpenbesitzer die Möglichkeit sachkundige Unterstützung in den Ortsgruppen in allen Fragen der Aufzucht und Erziehung zu holen. Die Fürsorge um die Mutterhündin geht auch weiter, denn die Trächtigkeit und die Laktationsphase nimmt die Hündin sehr arg mit. Also ist ein Gesundheitscheck angeordnet, Ruhe, Wellness, Beine hoch und super Futter für langlebige, gesunde Deutsche Doggen.

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Eigene Templates sind besser - REDAXO