Slogan: Einfach, flexibel, sinnvoll

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Über das Gesamtbild der Deutschen Dogge gibt der Rassestandard FCI-Standard Nr. 235 Auskunft. Die Letzte Überarbeitung wurde am 20.12.2012 veröffentlicht.
Das Allgemeine Erscheinungsbild der Deutschen Dogge ist eindeutig beschrieben:
“Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung bei einem großen, kräftigen und wohlgefügtem Körperbau, Stolz, Kraft und Eleganz. Durch Substanz, gepaart mit Adel, Harmonie der Erscheinung, mit einer wohlproportionierten Linienführung sowie mit ihrem besonders ausdrucksvollem Kopf wirkt sie auf den Betrachter wie eine edle Statue. Sie ist nicht grobschlächtig oder zu elegant. Ihr Geschlechtsgepräge ist klar definiert. Sie ist der Apoll unter den Hunderassen.”

Selbstverständlich habe ich als Züchter ein bestimmtes Bild vor mir, dass für mich als Idealbild gilt. Danach suche ich die Paarungspartner für meine Hündinnen, wobei der gesundheitliche Aspekt der zukünftigen Welpen die höchste Priorität hat, denn wenn durch meine Entscheidung Leben entsteht, habe ich auch die Verantwortung für deren Gesundheit, sowie deren Wohlergehen.

Wenn ich mit einer meiner Hündinnen unterwegs bin und treffe auf Menschen, die keine besondere Kenntnis von Hunden, geschweige denn von Deutschen Doggen haben, werden meine Hunde aber dennoch als etwas ganz Besonderes erkannt. Der Adel, den sie ausstrahlen, unterstrichen von der tiefschwarzen Maske, lässt sie immer im Mittelpunkt stehen. Nicht, dass ich das als Aufwertung meines eigenen Selbstwertgefühls benötige, eher ist es so, dass es mich bestätigt, indem was ich tue. Solange meinen Hunden solche Reaktionen zuteil werden, weiß ich, dass ich es richtig gemacht habe.

Das ist Briga. In meinem Auge ist das nahezu die Deutsche Dogge, die im Gesamtbild des Rassestandards beschrieben wurde. Die hohe Punktzahl bei der Zuchtzulassung und ihre Ausstellungserfolge bestätigen meine Meinung.

Der Kopf: "In Harmonie zur Gesamterscheinung, langgestreckt, schmal, aber keine Keilform, ausdrucksvoll, fein gemeißelt. Der Abstand von der Nasenspitze zum Stop und vom Stop zum schwach ausgeprägtem Hinterhauptsbein soll möglichst gleich sein. Die oberen Linien vom Fang und Schädel sollen definitiv parallel verlaufen. Von vorne gesehen muss der Kopf schmal erscheinen, wobei der Nasenrücken breit sein soll."

Luise, die Mutter von Briga.

 

 

Das ist Fortuna. Sie verfügt über eine luxuriöse Brustberite, ist hervoragend bemuskelt und ein echtes Kraftpaket. Fortuna hat die intensive Farbe, die ich mir wünsche (das ist natürlich eine rein subjektive Meinung). Auch die schwarze Maske entspricht meinem Wunschdenken. Was ich unbedingt in meiner Zucht erhalten möchte ist das unverwechselbare Gesicht. 

Der Rassestandard beschreibt jedes Körperteil des Hundes. Dem Auge des Züchters und des Richters auf Ausstellungen, sowie den Körmeistern bei der Zuchtzulassung bleibt natürlich kein “Fehler” verborgen. Durch gezielte Verpaarungen versucht man die Stärken der Linie zu festigen und die Fehler raus zu züchten. Diese Dinge geschehen seit Anbeginn der Zucht, aber den wirklich 100%igen Hund hat es noch nicht gegeben. Irgendein Richter findet garantiert etwas zu reklamieren.

Der Hals ist lang, trocken, muskulös, nicht kurz oder dick, mit gut geschwungener Nackenlinie. 

Der Rücken kurz und straff, in annähernd grader Linie geringfügig nach hinten abfallend.

Die Lenden leicht gewölbt, breit, kräftig bemuskelt.

Die Brust bis zu den Ellenbogengelenken reichend und von guter Breite und Tiefe, mit ausgeprägter Vorbrust ohne zu stark hervortretendes Brustbein. Keine flachen oder tonnenförmigen Rippen.

Der Bauch nach hinten gut aufgezogen. Unerwünscht ist eine zu wenig aufgezogene Bauchlinie, ein mangelhaft zurückgebildetes Gesäuge.

Der Name der Schönen ist Cheyenne Stucki von Borchers` Hoff und ist im Besitz von Frau Katrin Stucki, Schweiz.

“Das Gangwerk harmonisch, geschmeidig, raumgreifend, leicht federnd, wobei sich Läufe, von vorne und hinten gesehen, parallel bewegen müssen. Niemals kurztrittig oder Passgang.”

Auf den drei oberen Fotos sieht man Fortuna, eine Brigatochter, im Bewegungsablauf. Die Fotos stammen von einem faszinierten Zuschauer auf der Ausstellung in Lingen. Sie hat wirklich ein ausgreifendes, harmonisches Gangwerk. Eine Dogge, die das nicht vorweisen kann, verliert ihre Eleganz.

Mein Bestreben ist es den Typ Hund zu züchten, den Sie auf den oberen Fotos sehen. In meinem Auge strahlen sie den Adel aus, den ich von einer Deutsche Dogge erwarte. Allerdings hat sich das Bild auf den Ausstellungen gewandelt. Ein neuer Typ der Deutschen Dogge hält Einzug und ist auf Erfolgskurs. Siehe die folgenden Bilder.

Wie gesagt, Schönheit liegt im Auge des Betrachters und ich möchte auf der “Neuen Welle” nicht mitschwimmen.

Verantwortung

Die Anforderungen an einen Hund, der die EuDDC-Zuchtzulassung bekommen soll, sind hoch. Die Röntgenaufnahme der Hüften müssen von einem Gutachter, den der DDC bestimmt, beurteilt werden. Diese Beurteilung ist amtlich und wird vom Zuchtbuchamt in die Ahnentafel eingetragen. Das Ergebnis der Herzultraschalluntersuchung wird ebenfalls, jedoch freiwillig, dem Zuchtbuchamt mitgeteilt. Ist das getan und die Ergebnisse sehr gut, erfolgt die Anmeldung zur Zuchtzulassung, durchgeführt von zwei erfahrenen Körmeistern. Beurteilt wird das Sozialverhalten, die Reizschwelle, das Verhalten zur Umwelt. Danach wird jeder Körperteil beurteilt und für jedes einzelne Kriterium gibt es Punkte. Die Gesamtpunktzahl entscheidet, ob der Hund die Zuchtzulassung bekommt, was selbstverständlich in die Ahnentafel eingetragen wird.
Ob man deswegen einen guten Zuchthund besitzt, dass steht auf einem anderen Blatt. Wer einen Führerschein hat, kann auch nicht automatisch gut autofahren, oder?

Eine Zuchthündin braucht Substanz und Kraft zur Aufzucht ihrer Welpen. Ganz oft passiert es, dass die Hündin tagelang nach dem Werfen nicht fressen will. Dann mobilisiert ihr Körper Reserven, um der Milchproduktion nach zu kommen. Eine Hündin, die über genügend Kraftreserven verfügt, schafft das auch bei einem großen Wurf in Qualtität und Quantität. Definitiv ist es nicht vorteilhaft für die Entwicklung der Welpen, dass bereits nach kurzer Zeit mit Flasche nach geholfen oder dass zu früh feste Nahrung gefüttert wird. Außerdem muss eine gute Zuchthündin auch eine ausgezeichnete Brutpflege leisten können. Das ist für die Entwicklung und das Wohlergehen ihrer Welpen unverzichtbar. Ist das nicht der Fall, ist eine weitere Belegung nicht zu verantworten.
Der Besitzer des Zuchtrüden wird auf jeden Fall, wenn es verlangt wird, Auskunft über die Qualität der Spermien geben können. Ganz besonders, wenn der Rüde schon etwas älter ist. Der Idealfall ist, wenn ein Rüde weiß, welcher Zeitpunkt für eine Verpaarung richtig ist. Ja, es gibt Rüden, die decken auf den Punkt genau. Das ist aber Erfahrungssache und kann von einem jungen Rüden nicht erwartet werden. Der Rüde muss fremde Menschen beim Decken akzeptieren, denn eine “Deckmannschaft” besteht nicht selten aus drei Personen. Das geschieht in erster Linie um Verletzungen jeglicher Art zu vermeiden.

Der Besitzer der Hündin entscheidet, zu welchem Rüden seine Hündin gehen soll. Die Entscheidung fällt nie leicht und sollte immer zu Gunsten der Gesundheit der Welpen fallen. In die Waagschale gehören nicht: Kosten, Länge der Fahrtstrecke, Zeitfaktor oder Vorteilnahme durch Verpaarung mit Hunden, deren Besitzer massgebliche Posten im Verband bekleiden.

Das alles zu berücksichtigen, macht einen verantwortungsvollen Züchter aus und ist der erste Schritt zu einer sehr guten Nachkommenschaft und zu begeisterten Besitzern. Wir können suchen, schauen, Schularbeiten machen Stunden um Stunden, dennoch können wir nicht Naturgesetze außer Kraft setzen oder mit hellseherischen Fähigkeiten ungünstige Lebensumstände bei zukünftigen Besitzern erkennen.


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